Objekt des Monats Oktober
Ein Schild für die Geselligkeit – die Entwürfe zur Museumsgaststätte „Glück auf“
um 1986
Ein Museum eröffnet. Und schon steht das nächste Projekt an: eine eigene Gaststätte. Was heute kaum noch jemand weiß: Zur jungen Geschichte des Bergbaumuseums gehörte auch ein traditionsreiches Gasthaus, das 1987 als Museumsgaststätte „Glück auf“ neu eröffnet wurde. Das Objekt des Monats Oktober erzählt davon, wie aus einer Idee ein neuer Treffpunkt entstand.
Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung. Als das Bergbaumuseum 1986 seine Türen öffnete, waren die Pläne für die Zukunft längst nicht abgeschlossen. Eine Gaststätte sollte das Museumsangebot ergänzen. Auf dem Museumsgelände war dafür allerdings kein Platz. Die Lösung fand sich nur wenige Häuser weiter: in der Pflockenstraße 25.
Dort hatte bereits seit 1875 die Gaststätte „Glück auf“ bestanden. Durch ihre Nähe zum Kaiserin-Augusta-Schacht, dem späteren Karl-Liebknecht-Schacht, war sie ein beliebter Treffpunkt der Bergleute. Im Saal wurde getanzt, später kamen eine Kegelbahn und ein Schießstand hinzu. Nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus wurde der Gaststättenbetrieb eingestellt. Teile des Gebäudes nutzte anschließend ein Jugendclub.
1985 fiel die Entscheidung, die Gaststätte wieder einzurichten. Ein Jahr später begannen umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Doch nicht nur das Gebäude sollte einen neuen Anstrich bekommen. Auch die Gestaltung musste zum Museum passen. Schließlich sollte die Gaststätte als Teil des neuen Hauses erkennbar sein.
Dafür wurde – wie bereits bei der Dauerausstellung und den Werbemitteln – der VEB Werbe- und Ausstellungsbau Karl-Marx-Stadt beauftragt. Die Mitarbeitenden entwickelten mehrere Entwürfe für das Schild der Gaststätte. Die Varianten unterschieden sich vor allem in Form und Farbgebung. Welcher Entwurf sollte es werden?
Die Entscheidung fiel auf den zweiten Vorschlag. Im Oktober 1987 wurde die Museumsgaststätte „Glück auf“ eröffnet. Aus dem ehemaligen Gasthaus war ein neuer Ort der Begegnung geworden – nun auch für die Besucher des Bergbaumuseums.
Die Gaststätte gibt es heute nicht mehr. In dem Gebäude in der Pflockenstraße befindet sich inzwischen ein asiatisches Restaurant. Die Entwürfe für das Schild sind jedoch erhalten geblieben. Als Objekt des Monats machen sie ein Stück Museumsgeschichte sichtbar, das sonst leicht in Vergessenheit geraten könnte: die Geschichte eines Ortes, an dem sich Bergbau, Alltagsleben und Museumsentwicklung begegneten.